Baubericht Tante JU-2 

Im Oktober 2013 wurde mir von meinem Vereinskamerad Josef Kreitz meine JU-52, perfekt gebaut und bespannt, übergeben. Wie verabredet, waren die Motoren und Regler noch nicht eingebaut, da ich sebst nach Brushless-Motoren schauen wollte. Die, im Baukasten enthaltenen, Graupner 400 Speed Bürsten-Motoren wollte ich wegen der Ineffizienz nicht verbauen.

Motorenwahl

Zunächst schaute ich nach Motoren mit Front- bzw. Heckflantsch, da die Inrunner deutlich schwerer, aber auch deutlich teurer waren. Im März diesen Jahres dann nahm ich mir ein Herz und kaufte bei Derkum in Köln über das Internet drei Sets, jeweils bestehend aus einem BL-Motor AL2814 und einem Regler 20A BEC Eco.

die Motoren haben die Abmessungen: 28 x 22.5 mm, einen Leerlaufstrom von 0.7A und wiegen

41g (ein 400 Speed hat mal satt 79g). Die Stromaufnahme liegt unter 11 A (Vollast mit den kleinen 7x4 Propellern) und die Schubkraft bei ca. 700g. Bei den drei Mototen rechne mit einer enormen Schubkraft.

 

Die Motoraufhängungen

Da diese jedoch einen Heckflansch haben, musste ich mir nun Gedanken über eine Art Sperrholtbrett  (Brandschott) in den Motorgondeln machen, da das Anflanschen der Motoren in Flugrichtung und nicht wie vorgesehen mit Blechschellen 90° queren zur Flugrichtung erfolgen musste.

Zu diesem Zweck besuchte ich meinen Freund Thomas Knauf, damit er mir auf der Fräse Holzteile anfertigen könnte. Ein kurzer Blick von ihm auf das geforderte Werkstück und er ging an seinen PC, wo er mit der Software Solidworx einen kompletten Motorträger konstruierte. Nach 30 Minuten schickte er die Zeichnung per Mail an eine Firma in Holland, die das Teil, eine Aluminium-Kuststoffverbindung, Laser-sintert.

Nach vier Tagen bekam ich ein Päckchen mit drei Motorhalterungen aus einem unglaublich leichten, aber schlag- und hitzefestem Material, welche - noch unglaublicherweise - ohne irgend eine Nacharbeit in die Holzspannten der Gondeln passten und die Schrauben der Motoren in den sauberen Bohrungen aufnahmen. Auf dem Bild sind die Halterungen, der eingebaute BL-Motor und der alte 400er Graupner-Bürstenmotor zum Vergleich zu sehen:

 

 

 

 Die Regler

 

Als nächste Aufgabe kam das Einsetzen der Regler. Die Frage war: alle Regler in den Rumpf und lange, dreipolige Kabel zu den Motoren, oder Regler in die Fläche jeweils zu dem dazugehörigen Motor. Bei der ersten Lösung hätte man nur die drei Käbelchen zu verlegen. In der anderen Version jedoch zwei dickere und die Servo-Steuerleitung. Jedoch würden die drei Regler im Rumpf vielleicht zu warm. Daher entschloss ich mich, die Regler mit in die Godeln zu bauen und sie dem Propeller-Luftstrom auszusetzen.

 

 

   

Nun kam die Fleißarbeit des Lötens. Alle Steuerleitungen mussten mit Steckern versehen werden und die Stromleitungen der Motoren wurden mit Steckern für das Abnehmen der Fläche vom Rumpf einerseits, und das Abnehmen des Akkus andererseits versehen. Bei den drei Steuerleitungen der drei Regler ist es sehr wichtig, dass man bei zweien von ihnen das rote (mittlere) Kabel trennt (ich habe es aus dem Stecker gezogen), da nur einer der drei Regler den Empfänger über das BEC mit Spannung versorgen darf. Trennt man bei zweien die Plus-Leitung nicht, kann es zum Kurzschluss im Empfänger kommen.Da ich die Motoren auch mal getrennt regeln wollte, wurden sie am Empfänger auf drei Kanäle verteilt und nicht mit einem Y-Kabel verbunden. Der mittlere Motor geht auf den Gasknüppel und die zwei äusseren auf zwei Dreh-Regler. Mittels eines programmierten Mischers kann ich alle drei Motoren auf den Gasknüppel legen, was das Fliegen vereinfacht. Jedoch kann ich mit den Drehpotis an der Anlage die Drehzahl der einzelnen Motore angleichen - oder auch mal einen ausschalten !

 

 

 

Das Roll-Out  

Schliesslich war es soweit. Die JU stand fertig zusammengebaut vor mir. Ich schob einen 3S 3200mAh LiPo in das Fach, das eigentlich für 7 bis 8 NiCd-Zellen konstruiert ist, und gab Strom auf den Empfänger. Nach Programmieren der Anlage waren alle Funktionen da. Noch schnell ein wenig Blei auf den mittleren Motorträger - die Nase ist schon wirklich kurz - und der Schwerpunkt liegt jetzt auf den Hauptholmen der Flächen.Mal kurz Gas auf alle Motoren - sie Surren unisono und entwickeln einen wahnsinnigen Schub.  

So, wie es aussieht, viel zu viel.

 

  

 

   

Mit leichtem Zittern in den Knien geht es jetzt auf die Bahn. Vorsichtig die Drehzahl erhöhen und schon rollt sie und hebt nach ca. fünf Metern wild steigend ab. Ich reduzieren stark die Drehzahl und trimme auch etwas nach unten. Und nun ist es soweit: ganz langsam zieht sie vorbei und sieht aus, wie das Orginal. Auch im Flugverhalten ist sie so. Kurven mit viel Seite und das Querruder zum Stützen. Mit fast nur erhöhter Leerlaufdrehzahl bleibt sie oben und steuert sich wie ein "schwangerer Maikäfer". Ganz behäbig, obwohl sie ja fast nichts wiegt (ca. 1,5 Kg flugfertig).Nach acht Minuten wird gelandet. Die Landung gelingt auf Anhieb, wobei man auf das sehr kurze und kleine Fahrwerk achten muss. Nach dem Aufsetzen Höhe durchziehen, damit sie nicht auf die Nase fällt. Das Überziehverhalten ist vorbildlich. Man bekommt sie im Landeanflug fast zum Stehen...Zum Schluss das Bonbon: nach acht Minuten Flugzeit ist der 3200 mAh noch zu 87% !!! voll. Das lässt Flugzeiten von 15 Minuten und mehr zu.Was nun noch fehlt, ist das Finish. Für die Wellblech-Optik habe ich mich für einen wasserfesten, dunkelgrauen Permanent-Marker entschieden, mit dem ich dünne Streifen auf das graue Ora-Cover ziehen werde. Die Lufthansa-Kennung erstelle ich im PC und drucke sie auf Folie auf dem Farblaser aus. Wenn die JU-52 inclusive Kennung fertig ist, gibt es neue Bilder und ein Video vom Flug.

 

Ralf Heuser

 

 

 

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